Aktuelles

Artikel von Annegret Nicolai & Roman Lenz zum Download:

Weinbergschneckenzucht auf der Schwäbischen Alb – ein Beitrag zur Regionalentwicklung

29. Oktober 2006, Archepassagier Albschnecke beim Salone del Gusto in Turin.

Am 29.10. fand ein Geschmackserlebnis mit dem Archepassagier Albschnecke beim Salone del Gusto in Turin statt. 65 Teilnehmer testeten neben der Albschnecke – mariniert auf einem Salatblatt – auch Schnecken aus italienischer Produktion. Einer der offiziellen Gastkritiker sprach von einer „besonders gelungenen Enthüllung, was im Schwäbischen in dieser Richtung gemacht wird“! Begleitet von Weinen des Winzers Dolde und Holzofenbrot aus Grabenstetten (Ochsen-Beck) sowie eines Brots der Handwerksbäckerei Mack war es eine sehr gelungene Verkostung! Die IG Albschneck war mit 5 Personen vertreten, und leistete tolle Arbeit! Eines der Vergleichsgerichte, eine Schneckensuppe mit der Schneckenart Cornu aspersum aus dem Piemont, wurde vom Moderator folgendermaßen kommentiert: „Diese Suppe besticht durch ihre Einfachheit…“ Einer der Gastkritiker hatte sie (folglich) gar nicht aufgegessen…

22. Oktober 2006, Archemesse in Beuren.

Albschneck war hier mit einer Schneckensuppe vertreten. Es kamen ca. 1500 Besucher! Hier ein paar Impressionen.

12. Oktober 2006, es fand wieder ein Treffen der IG Albschneck statt.

Die diesjährige Ernte der Deckelschnecken steht an, und die Aussichten sind eher verhalten. Durch den krankheitsbedingten Ausfall eines Schneckengärtners, Verzögerungen bei der Genehmigung eines Schneckengartens sowie zurückhaltende Abgaben ausgewachsener Tiere – um die Nachzucht in 2006 nicht zu gefährden – bleibt die Ernte wie schon 2005 wohl hinter den Erwartungen bzw. Absatzmöglichkeiten zurück. Erst wenn die erste Nachzucht Erntereife erlangt – in ca. 2 Jahren – kann sich das ändern. So lange wird wohl nur überwiegend die lokale Gastronomie versorgt werden können.

Und: Die neuen Albschneck-Albshirts sind da! Wir werden sie demnächst an die Besteller verteilen! Wir finden, www.albshirt.de hat einen tollen Job gemacht!

Artikel vom 14.08.2006 aus SÜDWEST AKTIV – Alb Bote – zur offiziellen Einweihung des historischen Schneckengartens am 12. August

HISTORISCHER SCHNECKENGARTEN / Produktion, Vermarktung und Wissenschaft machen es möglich

Auf der Kriechspur zum Erfolg – Stede lobt Projekt oberhalb von Weiler – Inzwischen sechs Kleingärten in der Region

Die „IG Albschneck“ hat einen tollen Job gemacht: Sie schrieb Erfolgsgeschichte, und das nicht im Schneckentempo lobte Hans-Jürgen Stede, erster Landesbeamte des Kreises, am Samstag das Projekt „Albschneck“ bei der Einweihung des weltweit ersten historische Schneckengarten.

SABINE HERDER, WEILER

Immer den Schnecken nach: Zahlreiche Gäste und neugierige Besucher folgten am Samstag den Wegweisern ab Weiler in Richtung Kreuzweg zum historischen Schneckengarten. Die meisten davon waren mit Regenschirmen ausgestattet: Optimales „Schneckenwetter“ – feucht und nicht zu warm – begleitete die Einweihung und sorgte dafür, dass Hayingens Bürgermeister Robert Riehle sein Grußwort unterm Regenschirm halten musste. Es sei, so Riehle mit einem Augenzwinkern, ein besonderer Anlass, dass in Weiler für einen Hock aufgestuhlt würde: Der kleine Ort sei jetzt „Mittelpunkt in Sachen historischer Schneckengarten in dieser Welt“. Dies hat freilich seine Berechtigung: Die Schneckenzucht und -vermarktung besitzt auf der schwäbischen Alb Tradition: Besonders im 19. Jahrhundert wurden die „schwäbischen Austern“ hier in solchen Gärten gehalten, gezüchtet und über Ulm bis nach Wien vermarktet. Einer der letzten größeren Schneckengärten befand sich auf dem Weiler Kreuzberg.

Nicht weit davon hat die IG Albschneck nun einen kleinen, historischen Schaugarten errichtet: Etwa 180 Schnecken leben darin, seine Fläche von zwei auf fünf Metern entspricht etwa der eines Hausgartens für den Eigenbedarf, wie er noch bis in die 50er Jahre vorkam.

Doch die IG Albschneck, der inzwischen Mitglieder aus Landwirtschaft, Gastronomie und Fremdenverkehr angehören, hat größere Ziele: Mit Unterstützung von Plenum und RegionenAktiv arbeitet die Interessengemeinschaft seit 2004 daran, die alten Vermarktungstraditionen wieder zu beleben. Diese Produktions- und Vermarktungsinitiative wird wissenschaftlich begleitet von der Fachhochschule Nürtingen und Prof. Dr. Roman Lenz.

So sind im Jahr 2005 sechs Kleingärten in der Region in Betrieb gegangen, rund 6000 Albschnecken wurden an die hiesige Gastronomie verkauft. 10 000 Schnecken sollen es 2006 werden, so informierte der Stellvertreter des Landrats Hans-Jürgen Stede die Einweihungs-Gäste. Diese Verknüpfung von kommerziellen und historischen Aspekten bewertete Riehle in seinem Grußwort als „sehr gute Ergänzung“ Stede sieht darin sowohl Chance als auch Bedeutung für das entstehende Biosphärengebiet.

Gefeiert wurde die Einweihung des historischen Schneckengartens anschließend mit einem Hock in Weiler, wo der Gasthof Hirsch aus Indelhausen mit einer Schneckensuppe denn auch eine Albschnecken-Spezialität anbot. Hinter der „Grillschnecke“ allerdings verbarg sich „nur“ eine zur Schnecke gerollte Wurst.

Bei Grillsteak und Roten oder auch Kaffee und Kuchen ließen es sich einheimische wie auswärtige Gäste nach einem kleinen Ausflug zum Schneckengarten gut gehen.

Mit Information und Einzelheiten zum Projekt „Albschneck“ konnten sich Interessierte am ebenfalls vorhandenen Infostand versorgen, darüber hinaus wurden von Alb-Guide Rita Goller Führungen angeboten. Wer den historischen Schneckengarten ohne Führung besucht, erfährt alles Wissenwerte über die Albschnecke auf zahlreichen kleinen Infotafeln.

Historischer Schneckengarten vor der Vollendung

Derzeit wird lediglich noch am kurzen Fußweg zum Schneckengarten in Weiler gearbeitet. Der im Juli 2004 bereits errichtete historische Schneckengarten hat nun auch alle Informations- und Hinweisschilder erhalten. Diese Infotafeln sowie aktuelle Fotographien finden Sie in unserer Galerie. Zudem stellen wir den dazugehörigen Flyer mit Anfahrtsskizze etc. zum Download bereit.

Ein Statement in eigener Sache: Die Schwäbische Auster® – aus unserer Sicht ein Stück zu kurz gekrochen…

Endlich gibt es sie wieder, die Weinbergschnecken aus Süddeutschland, einst berühmt und begehrt. Noch heute finden sich Traditionslokale im Badischen und Schwäbischen, die diese Tradition, insbesondere zur Fastenzeit, lebendig halten – mit zunehmendem Zuspruch! Die Produktion steckt noch in den Anfängen, denn es muss um- und neu aufgestellt werden: vom Sammeln und ggf. Mästen auf eine nachhaltige Produktion in Zuchtanlagen. Allen neuen Produzenten kann man daher nur Mut und Durchhaltevermögen wünschen, schließlich war das „Geschäft“ so gut wie ausgestorben.
Aber der „schnelle Euro“ ist damit sicherlich auch nicht zu machen. Es sollte solide an die Tradition angeknüpft werden, möglichst ökologisch, und insbesondere wirklich authentisch. Genau da setzt unsere Kritik an der derzeit vertriebenen „Schwäbischen Auster®“ einer Schneckenzucht an: Es sind, bislang zumindest, und nur mit Ausnahme der Albschnecke, keine Deckelschnecken. So nennt man die im Herbst sich in Winterruhe begebenden Weinbergschnecken, da sie ihr Gehäuse mit einem Deckel verschließen – und dadurch ihren besonderen Geschmack erst erhalten. Vor allem dann, wenn sie auf den Heideflächen der Alb mit ihren würzigen Kräutern vorher weiden durften. Solchermaßen verwendet und ggf. verarbeitet – tiefgefroren oder auch in Gläsern oder Dosen konserviert, verdienen sie die Bezeichnung „Schwäbische Auster“ erst wirklich – wenn man die Tradition erst nimmt. Dazu gehört auch, dass auf die Herkunft der Zuchtschnecken geachtet werden sollte. Importe aus Italien müssen da nicht unbedingt zur Authentizität beitragen. Oder man muss die Albschnecke nehmen und sie so auch benennen, denn zumindest in Albschneck® steckt immer eine Deckelschnecke drin, wie sie früher auf den Heideflächen der Schwäbischen Alb gemästet wurden – so wie heute wieder!
Diese Produktions- und Vermarktungsinitiative wird zudem wissenschaftlich von der Hochschule in Nürtingen begleitet – denn, es wurde schon gesagt, es ist ein Wagnis, das einer Begleitforschung zum guten Gelingen durchaus bedarf.
Also: bitte keine „zu kurz gekrochenen Weinbergschnecken unter dem Namen Schwäbische Auster®“. Aber trotzdem: Endlich gibt es sie wieder, die Weinbergschnecken aus Süddeutschland. Wir unterstützen daher grundsätzlich all diese Initiativen! Das eine muss das andere ja nicht ausschließen…

17. November 2005, Treffen der Interessensgemeinschaft Albschneck:

Testgärten mit gemischtem Erfolg…
…so könnte man das diesjährige Ergebnis der IG Albschneck zusammenfassen. Erst die Probleme, Einzäunungen genehmigt zu bekommen, dann in der Folge zu wenig Gartenfläche, und letztlich höhere Ausfälle als erwartet führen zu diesem gemischen Resultat.
Aber: die Musterproben können wie geplant durchgeführt werden, und insgesamt vier Gastronomen der mittleren Schwäbischen Alb dürfen mit Lieferungen zwischen 300 und 1500 Schnecken rechnen!
Am 19. Februar 2006 veranstaltet zudem Slow Food Stuttgart und Ulm ein Schneckenessen im Gasthof Hirsch in Indelhausen. Da soll es dann u.a. Vergleichsverkostungen mit anderen Herkünften geben, und ein italienischer Gastkoch wird auch erwartet!

Neuer Flyer zur Albschnecke von SLOW Food Deutschland e.V.:

Slow Food hat jetzt für die vier offiziellen Archepassagiere in Deutschland einen Flyer gemacht! Es sind dies der Ostheimer Leberkäs, die Ahle Wurscht, das Murnau-Werdenfelser Rind sowie die Albschnecke. Flyer zur Albschnecke zum Download.

15. März 2005, Treffen der Interessensgemeinschaft Albschneck:

Das Treffen am 15. März, das mittlerweile vierte der Interessensgemeinschaft Albschneck, war geprägt von einer rundum gelungenen Zusammensetzung von angehenden Erzeugern einschl. des Landwirtschaftsamts, einem Verarbeiter, einem Geschirrproduzenten, der Gastronomie, Kunstinteressierten zum Thema Albschnecke sowie Touristikern, die dieser Thematik z.B. durch Veranstaltungen im Freilichtmuseum Beuren am 17.4., dem Regionalmarkt am 30.4. in Tübingen und in einer Kunstausstellung ab 1.05. in der Stiftung Geiselhart in Gundelfingen weiter Gehör verschaffen wollen. Für das weitere Vorgehen ist geplant, Ende April/Anfang Mai ein nächstes Treffen zu vereinbaren. Dazu werden Rahmenbedingungen der weiteren Projektförderung und einer evtln. Erzeugergemeinschaft vorgestellt werden, um ein gemeinsames Auftreten zu festigen. Immerhin ist die Albschnecke der erste Baden-Württembergische Arche-Passagier von Slow Food e.V. Deutschland, der auch international diese Anerkennung bekommen hat.

Nach den eher halbwarmen Regengüssen der letzten Tage und der lang anhaltenden Schneedecke haben sich derzeit – Stand Ostern 2005 – nur einige wenige Weinbergschnecken bereits aus der Winterruhe auf der Alb ans Tageslicht begeben, so wie hier, im Testgarten in Buttenhausen.

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